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EDVM 26.05.2013
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Leanen: die richtige Gemischeinstellung

Es kann sicherlich nicht Anliegen dieses Heftes sein, Anleitung zu geben. wie das Gemisch für jedes Triebwerksmuster einzustellen ist. Hierzu wird auf die Angaben der Flughandbücher verwiesen. Nur das, was darin ausgesagt wird, ist letztlich verbindlich. Wir wollen es jedoch nicht unterlassen, einige allgemeine Hinweise und Empfehlungen zu geben, wie das Gemisch für den Motor optimal und umweltschonend einzustellen ist. Generell kann man drei Betriebsbereiche unterscheiden:

  1. Der Betrieb mit Motorleistungen unter 50 %.
    Allgemein ist dies der "Leerlaufbereich", wie er teilweise auch beim Anflug eingestellt wird.
  2. Der Betrieb mit Motorleistungen zwischen 50 % und 75 %.
    Das ist im wesentlichen der Reiseflug.
  3. Der Betrieb mit Motorleistungen über 75 %.
    Diese Leistung wird gebraucht bei Start und Steigflügen.

Gemisch Bild 1

Für die genannten Bereiche sind unterschiedliche Gemischeinstellungen erforderlich:

1. Bereich: Leerlauf bis ca. 50 % Motorleistung


Motor läuft mit zu geringer Betriebstemperatur, evtl. mit zu geringer Drehzahl und mit zu reichem Gemisch. Die Folge sind Kaltschlam:bildung und gefährliche bleihaltige Ablagerungen. Empfehlung: Betriebsbereich vermeiden! Wenn das nicht möglich ist, die höchste vertretbare Leistung einstellen und das Gemisch wie im zweiten Betriebsbereich abmagern. Ausnahme: Im Landeanflug voll reiches Gemisch einstellen, um für den Durchstartfall gerüstet zu sein.

2. Bereich: Ca. 50 % bis unter 75 % Motorleistung


Gemisch immer abmagern, bei Festpropeller bis zur maximalen Drehzahl und - was recht theoretisch ist - bei Constant-Speed-Propeller bis zur maximalen Geschwindigkeit (mit einem Abgastemperatur-Meßgerät (EGT) stellen Sie die entsprechenden Werte gemäß den dazugehörigen Unterlagen ein). Das Triebwerk läuft sparsam und in einem günstigen Temperaturbereich. Geringe Tendenz zu Ablagerungen, keine thermische Überlastung, maximaler Selbstreinigungseffekt der Zündkerzen, geringster Schadstoffausstoß.

Empfehlung: Diesen Bereich wählen, wann immer vertretbar!

Achtung:
  • Vor jeder Leistungserhöhung vollreiches Gemisch einstellen.
  • Beim Abstieg aus großen Höhen Gemischeinstellung sorgfältig nachstellen.
  • Im Endanflug Gemisch vollreich.
  • Gemisch Bild 2

    3. Bereich: 75 % bis 100 % Motorleistung


    Nur mit voll reichem Gemisch einstellen! Der überschüssige Kraftstoff ist für die interne Kühlung erforderlich. Durch Verarmen besteht die Gefahr der Überhitzung und von klopfender Verbrennung. Das voll reiche Gemisch führt aber auch zu größeren Ablagerungsraten und zu unnötig hohem Kraftstoffverbrauch. Empfehlung: Nur für den Start und bei Steigflug auf Platzrundenhöhe benutzem!

    Keine Regel ohne Ausnahme:
    Beim Start und Steigflug (mit mehr als 75 % Leistung) von hochgelegenen Flugplätzen (geringere Luftdichte) kann vollreiches Gemisch zu fett sein, weshalb der Motor rauh und mit verminderter Leistung läuft. Dann magern Sie gerade soviel ab, bis der Motor wieder rund läuft, keinesfalls mehr!

    Allerdings müssen wir auch noch eine dringende Warnung geben:
    Tun Sie des Guten nicht zuviel, es sind schon Triebwerke "kaputt-geleant" worden!


    Was heißt das? Bei magerer Gemischeinstellung kann Überhitzung des Motors auftreten. Die Folgen sind nicht sofort spürbar, sie summieren sich jedoch. Irgendwann auf späteren Flügen kann es dann zum Triebwerkausfall mit möglichen Unfallfolgen und hohen Reparaturkosten kommen. Auch deshalb sollten die Angaben des Flughandbuches unbedingt eingehalten werden.

    Das einzige Anzeigegerät. das die tatsächlichen Verhältnisse bezüglich Gemischeinstel lung, Leistungsausbeute, Verbrennungsverhalten und Temperaturbelastung des Triebwerkes praktisch verzögerungsfrei und mit der nötigen Genauigkeit wiedergibt, ist das Abgastemperaturanzeigegerät (EGT). Sein Einbau ist darum sehr zu empfehlen.

    Mit einem EGT-Gerät können Sie die Gemischeinstellung optimal durchführen, ohne das Triebwerk zu gefährden. Luftfahrzeug- und Motorhersteller geben in den Betriebsunterlagen genaue Hinweise. Mit den dort aufgeführten Werten können Sie noch ökonomischer fliegen, was auch bedeutet, noch weniger Ablagerungen im Brennraum und im Schmieröl bei unverminderter Sicherheit gegenüber Überlastung und Überhitzung.

    Leider ist der Einbau der EGT-Sonde in die Auspuffanlage insbesondere bei Vergasermotoren recht kritisch. Das hängt mit den verschiedenen Füllungsgraden der einzelnen Zylinder bei unterschiedlicher Drosselklappenstel lung zusammen. Lassen Sie sich das EGT-Gerät deshalb nur bei einem für ihr Luftfahrzeugmuster zugelassenen Luftfahrttechnischen Betrieb (LTB) in Übereinstimmung mit den Einbauanweisungen des Motorherstellers unter Berücksichtigung der Hinweise des EGTGeräte-Herstellers einbauen.

    Es sind nur Motoreinstellungen gemäß Flughandbuch zulässig!

    © LBA - Referat Flugsicherheit, 1993