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Drainen: Umweltkritische Punkte am Boden
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Bevor das Flugzeug in die Luft gebracht wird, sind noch einige Aktivitäten am Boden erforderlich. Dazu gehören nicht nur das Betanken, sondern auch Maßnahmen, die so wichtig für die Sicherheit eines Fluges sind, daß sie vorgeschrieben sind. Die Maßnahmen können für die verschiedenen Flugzeugmuster durchaus unterschiedlich sein, sie sind in dem zum Flugzeugmuster gehörenden Flughandbuch genau beschrieben. Für das hier behandelte Umweltthema ist dabei von besonderem Interesse die Ölstandskontrolle sowie die Kontrolle des abgesetzten Wassers im Treibstoffsystem, denn bei diesen Aktivitäten können Flüssigkeitsreste die Umwelt gefährden. Auch beim Tankvorgang können Umweltprobleme auftauchen, die nicht vernachlässigt werden sollten.
Wasser im Treibstoff (Drainen)
Im Rahmen der Vorflugkontrolle wird in den Flughandbüchern vorgeschrieben, den Treibstoff bzw. das Treibstoffsystem auf angesammeltes Wasser hin zu überprüfen. Der Grund ist der, daß Feuchtigkeit aus der Luft sich im Treibstoff löst. Der Wasseranteil ist dabei abhängig von der Temperatur. Warmer Treibstoff kann mehr Wasser aufnehmen als kalter. Wenn z. B. an einem warmen Nachmittag das Flugzeug abgestellt wird, löst sich so viel Wasser im Treibstoff, bis die Sättigungsgrenze des Treibstoffes erreicht ist. Dieses fein verteilte Wasser stellt jedoch nicht das Problem dar. Sinkt nun nachts die Temperatur, sinkt auch das Wasseraufnahmevernögen des Treibstoffes. Das jetzt überschüssige Wasser wird ausgeschieden und sammelt sich an der tiefsten Stelle des Treibstoffsystems oder der Tanks, da es schwerer ist als Treibstoff. Und jetzt kommt das Problem:
An der tiefsten Stelle sitzt z. B. auch die Treibstoffentnahme aus den Tanks. Wenn am nächsten Morgen der Motor angelassen wird, saugt er zunächst die Treibstoffmenge aus dem Leitungssystem und Vergaser an bzw. es wird diese aus den Leitungen eingespritzt. Der Motor läuft zunächst normal bis dann das Wasser in die Zylinder gelangt. Glücklich ist der, dem das noch beim Rollen passiert, wenn er sträflicherweise die Vorflugkontrolle weggelassen hat. Setzt der Motor nach dem Start aus, ist ein mehr oder weniger schwerer Unfall vorprogrammiert.
Die Wasserkontrolle vor Flugbeginn ist also unerläßlich. Im allgemeinen gibt es zwei Verfahren. Zum einen wird einfach eine kleine Menge Treibstoff von der tiefsten Stelle des Treibstoffsystems abgelassen (z. B. bei Cessna 152/172), ob nun Wasser darin enthalten ist oder nicht. Wohin fließt der Treibstoff? In den Boden! Die andere Methode erlaubt eine Beurteilung des Wasseranteils, in dem an der tiefsten Stelle der Treibstoff der Tanks bzw. des Treibstoffsystems (eventuell mit Wasser) in einem Meßgefäß aufgefangen wird. Nach kurzer Zeit setzt sich das Wasser ab, sofern vorhanden, was deutlich erkennbar ist. Wohin mit dem Schnapsglas voll Treibstoff/Wasser? Geraten: Auf den Boden gekippt! Ex und hopp. Der Treibstoff versickert schnell,das Zeug ist weg - oder?
© LBA - Referat Flugsicherheit, 1993
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